Kognitive Fähigkeit #2: Aufmerksamkeit

„Aufmerksamkeit ist die Grundvoraussetzung aller höheren kognitiven und emotionalen Prozesse.“ (Chade-Meng Tan)

Weiter geht es mit der nächsten kognitiven Fähigkeit hier auf Life of Cognition. Nachdem wir im letzten Artikel unsere Wahrnehmungen angeschaut hatten, widmen wir uns nun unserer Aufmerksamkeit.

Wieder einmal stellen wir uns die Fragen: Was ist Aufmerksamkeit überhaupt? Welche Arten gibt es? Und wie kann ich sie auf natürliche Weise erhöhen? All das erfährst du im Folgenden.


Was ist Aufmerksamkeit?

Man kann sagen, Aufmerksamkeit ist sowohl die bewusste, als auch die unbewusste Steuerung unserer Wahrnehmung. Sie ist die Fähigkeit, aus vielen verschiedenen Informationsreizen einzelne auszuwählen und diese zu betrachten. Dabei werden alle anderen aufgenommenen Informationen von unserem Gehirn gefiltert und ausgeblendet.


Arten von Aufmerksamkeit

Bei der Aufmerksamkeit können wir zwischen der fokussierenden und der schwankenden Aufmerksamkeit, sowie zwischen der willentlichen und der automatischen Aufmerksamkeit unterscheiden.

Die fixierende Aufmerksamkeit, auch Konzentration oder Fokus genannt, ist diese, die wir über einen längeren Zeitraum voll und ganz auf eine Sache richten. Sie ist gebündelte Energie, die gezielt auf einen Punkt fließt. Um dies zu ermöglichen werden in unserem Gehirn alle anderen Signale wie Gefühle und Umweltreize vollkommen ausgeblendet.
Du hast bestimmt schon mal vom „Flow-Modus“ gehört, dem Zustand, in dem wir voll und ganz in eine Tätigkeit eintauchen und völlig das Zeitgefühl verlieren. Unser Gehirn ist dabei in einem enorm fokussierten Zustand, in dem er alles andere, was nicht der Tätigkeit entspricht völlig ausblendet. Speziell beim produktiven Arbeiten oder Lernen wünscht man sich immer wieder in diesen Zustand zu kommen, in dem alles ganz von alleine geschieht, ohne großes Nachdenken.

Die schwankende Aufmerksamkeit ist das Gegenteil der fixierenden. Hierbei springt die Aufmerksamkeit von Reiz zu Reiz um möglichst viele Informationen über die Umwelt aufnehmen und verarbeiten zu können. Insbesondere in Situationen wie dem Autofahren, in denen das Gehirn schnelle Entscheidungen über das entsprechende Handeln fällen muss, ist die schwankende Aufmerksamkeit von großer Bedeutung.

Die willentliche Aufmerksamkeit ist diese, die wir bewusst steuern können. Wir entscheiden uns bewusst uns voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren, wie zum Beispiel beim Lernen oder Erledigen einer wichtigen Aufgabe.

Die automatische Aufmerksamkeit können wir nicht steuern. Diese läuft völlig automatisch ab, ob wir es wollen oder nicht. Ein Beispiel hierfür sind laute Geräusche, wie z.B. ein plötzlicher Knall, der uns überrascht. Von einer Sekunde zur nächsten wandert unsere Aufmerksamkeit ganz von alleine auf diesen Wahrnehmungsreiz. Dies ist ein Schutzmechanismus, der in unserem Gehirn einprogrammiert ist um uns vor unvorhersehbaren Gefahren oder Bedrohungen zu schützen. Auch beim Hören des eigenen Namens wird unsere Aufmerksamkeit ganz automatisch auf diesen Reiz gelenkt.

Wie du deine Aufmerksamkeit erhöhen kannst

Nun bekommst du von mir praktische Tipps & Tricks, die du anwenden kannst um deine Aufmerksamkeit, insbesondere die Konzentration beim Lernen und Arbeiten, aber auch im allgemeinen Alltag, deutlich zu erhöhen.

Zeitfenster und Ziel setzen

Besonders förderlich für deine Konzentration ist es, dass du dir ein festes Zeitfenster sowie ein entsprechendes Ziel setzt, das du in dieser Zeit erreicht haben möchtest. Das kann zum Beispiel beim Lernen sein, dass du dir genau eine bestimmte Menge an Stoff aneignest oder beim Arbeiten genau eine bestimmte Aufgabe erledigst.
Wie heißt es so schön: „Ohne Ziel, kein Weg.“ Überlege dir also genau, was du in deiner aktiv produktiven Zeit geschafft haben möchtest. Somit hast du immer ein klares Ziel vor Augen und dein Gehirn hat eine klare Linie wo es hingehen soll.
Vielleicht kennst du das Parkinsonsche Gesetz, das besagt: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“
Wenn du von nun an beginnst dir feste Zeitfenster zu setzen wirst merken, dass es genau so wahr ist.

Regelmäßige Pausen

Ebenfalls wichtig für die Aufmerksamkeit sind natürlich auch regelmäßige Pausen. Dein Gehirn kann sich nur schwer mehrere Stunden lang voll und ganz auf eine Sache konzentrieren ohne abzuschweifen oder abgelenkt zu werden. Deshalb ist es sehr ratsam, dass du dir ebenfalls feste Pausen zu deiner produktiven Zeit einplanst. Dazu kannst du dir einen Timer stellen und nach verschiedenen Intervallen vorgehen.
Ich persönlich gehe gerne nach der 60-60-30er Methode vor. Diese sieht so aus, dass ich mich für 50 Minuten konzentriert einer bestimmten Aufgabe widme und im Anschluss eine 10-minütige Pause einlege bevor ich erneut für 50 Minuten konzentriert weiterarbeite. Daraufhin mache ich dann eine längere Pause von 20-40 Minuten, bevor es wieder weiter gehen kann.
Wichtig ist, dass du in den Pausen auch wirklich ein Pause machst und deine mentale Energie wieder auflädst! Das heißt, dass du mit deinem Kopf komplett weg von der Aufgabe gehst und dich wirklich mental erholst. Stehe auf, bewege dich, schnappe frische Luft oder nutze die Zeit für einen Toilettengang.

Ablenkungen & Multitasking eliminieren

Der dritte Tipp, den ich dir mitgeben möchte, ist das Eliminieren von Ablenkungen und Multitasking. Wenn du eigentlich gerade konzentriert an einer Aufgabe arbeiten möchtest und dich andauernd Push-Benachrichtigungen deines Smartphones oder andere Ablenkungen unterbrechen, dann ist das nicht gerade förderlich für deine Produktivität. Auch wenn es nur kurze Kleinigkeiten sind, werden wir völlig aus unserem Flow geschmissen, in den wir dann erst wieder reinkommen müssen.
Genauso wichtig für deine Konzentration ist es immer nur eine Aufgabe auf einmal zu machen und nicht in die Multi-Tasking-Falle zu geraten. Du kennst das bestimmt, wenn du unbewusst versuchst mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, mit der Absicht so produktiver zu sein. Doch in Wirklichkeit gibt es Multitasking gar nicht, sondern nur „Switch-Tasking“. Das heißt unsere Aufmerksamkeit wechselt in ganz schnellen Zeitabständen ständig von einer Aufgabe zur anderen. Der Grund dahinter ist, dass unser Gehirn nur eine eingeschränkte Verarbeitungskapazität hat und nicht viele Informationen gleichzeitig verarbeiten kann.
Du wirst sehen, dass du um einiges konzentrierter und produktiver bist, wenn du von nun an aktiv Ablenkungen und Multitasking vermeidest.

 

Fazit

„Wenn wir etwas erreichen möchten, müssen wir unsere Aufmerksamkeit und Konzentration bündeln. Anders geht’s nicht.“ (Dr. Joe Dispenza)

Jetzt hast du eine ganze Menge über unsere kognitive Fähigkeit der Aufmerksamkeit erfahren. Wende die von mir beschriebenen Tipps an und du wirst eine deutlich ansteigende Bewusstheit über deine Aufmerksamkeit haben.

Wie sieht es bei dir aus? Fällt es dir oft schwer, dich über eine längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren? Hast du weitere Tipps und Tricks um konzentrierter bei einer Sache zu sein?
Ich freue mich riesig, wenn du mir ein Kommentar da lässt und deine Gedanken mit der Welt teilst!

 

Literatur:
Schöpfer der Wirklichkeit – Dr. Joe Dispenza
http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/aufmerksamkeit/1655
https://wiki.yoga-vidya.de/Aufmerksamkeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeit
https://psycholography.com/tag/verschiedene-arten-von-aufmerksamkeit/
https://www.lebensfreude-begeisterung.de/begeisterung/fokussieren/
http://symptomat.de/Aufmerksamkeit

By |2018-01-25T06:36:32+01:00Dezember 7th, 2017|Kognitive Fähigkeiten (Blog)|0 Comments

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