Kognitive Fähigkeit #8: Entscheidung

Tagtäglich treffen wir Menschen rund 20.000 Entscheidungen. Sei es bewusst oder unbewusst, wir treffen sie ständig. Ohne Entscheidungen wären wir nicht in der Lage frei über unser Leben bestimmen zu können.
Doch was sind Entscheidungen überhaupt? Wie läuft eine Entscheidungsfindung genau ab? Welche Arten gibt es? Und wie finden wir heraus, was die für uns beste Entscheidung ist? All das erfährst du in diesem neuen Artikel über die kognitive Fähigkeit der „Entscheidung“.

Was ist eine Entscheidung?

Entscheiden ist die Fähigkeit aus einer Menge möglicher Handlungsoptionen, die für uns beste auszuwählen. Dank unseres freien Willens sind wir Menschen dazu bemächtigt frei über unser Leben bestimmen zu können. Wir haben es in der Hand, welchen Handlungen wir nachgehen möchten und welchen nicht.
Dabei werden unsere Entscheidungen durch verschiedene Faktoren beeinflusst:

1. Unsere Erfahrungen:
Die meisten unserer Entscheidungen treffen wir anhand vergangener Erfahrungen. Diese entstehen wiederum durch zuvor getroffene Entscheidungen.

2. Unsere Emotionen:
Unsere Emotionen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung. Wenn wir Wut, Angst oder Trauer verspüren, treffen wir mit großer Wahrscheinlichkeit andere Entscheidungen, als wenn wir fröhlich, ruhig und gelassen sind.

3. Unser Körperwohlbefinden:
Auch unser Körperwohlbefinden wirkt sich maßgeblich auf unsere Entscheidungen aus. Wie wir uns in unserem Körper fühlen, entscheidet über unser ganzes Leben. Wenn wir ständig gestresst, erschöpft, müde oder krank sind, führt dies vermutlich nicht zu den besten Entscheidungen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, immer auf seine Gesundheit acht zu geben. Licht, Wasser, frische Luft, Bewegung, genügend Erholung und eine gesunde Ernährung sind die Grundpfeiler unserer Gesundheit.

Phasen der Entscheidungsfindung

Es gibt vier verschiedene Phasen der Entscheidungsfindung. Diese laufen meistens völlig automatisch und unbewusst in unserem Gehirn ab.

Phase 1: Analyse der Handlungsoptionen
Zu allererst werden alle möglichen Handlungsoptionen analysiert, die uns zur Auswahl stehen.

Phase 2: Bewertung
Als nächstes werden all die möglichen Handlungsoptionen bewertet. Dies geschieht nach verschiedenen Kriterien. Es werden kurz- und langfristige Konsequenzen abgewogen, die Eintrittswahrscheinlichkeit abgeschätzt, sowie Vor- und Nachteile berücksichtigt.

Phase 3: Entscheidung
Nun wird die Entscheidung getroffen. Diese folgt auf Phase 2 nach bester Bewertung.

Phase 4: Ergebnisevaluation
Zu guter Letzt wird das Ergebnis noch evaluiert und als neue Erfahrung in unserem Gehirn abgespeichert. Wir beobachten, ob die erwarteten Folgen auch tatsächlich eingetreten sind.

Arten von Entscheidungen

Man kann zwischen zwei Arten von Entscheidungen unterscheiden: Den bewussten und den unbewussten.

Unbewusste Entscheidungen
Jeden Tag treffen wir rund 20.000 Entscheidungen. Den meisten davon sind wir uns gar nicht bewusst. Unser Unterbewusstsein trifft sie ganz von alleine anhand von uns entwickelter Gewohnheiten und Prinzipien. Dazu gehören unter anderem die Entscheidung aufzustehen, das Licht anzumachen, auf die Toilette zu gehen, etwas zu trinken, usw. . Da jede bewusste Entscheidung Energie von uns abverlangt, wären wir wohl kaum handlungsfähig, wenn wir jede dieser einzelnen kleinen Entscheidungen selber treffen müssten.

Bewusste Entscheidungen
Bewusste Entscheidungen treffen wir im Gegensatz zu den unbewussten nicht ganz so oft. Gerade wenn es um Situationen geht, bei denen wir nur wenige bis keine wirklichen Erfahrungen gesammelt haben, kann unser Unterbewusstsein die Entscheidungsfindung nicht übernehmen. Es benötigt eine von uns bewusste, klare Entscheidung. Wie wir diese am besten treffen, dazu kommen wir nun im praktischen Teil dieses Artikels

Wie du die für dich beste Entscheidung triffst

Wir alle kennen sie: Entscheidungsschwierigkeiten. Wir stehen vor einem bestimmten Problem oder einer Situation und können uns einfach nicht entscheiden. Oftmals zögern wir sehr lange vor der Entscheidung und zerbrechen uns den Kopf darüber, welcher Weg denn nun der beste sei.
Im Folgenden möchte dir nun erklären, dass es eigentlich gar keine „falschen“ Entscheidungen gibt und wieso es ratsam ist, kleine Entscheidungen so schnell wie möglich zu treffen.

Es gibt keine falschen Entscheidungen

Wir sollten eigentlich von Natur aus schnell erkennen, dass es eigentlich gar keine falschen Entscheidungen gibt. Zunächst sind sie nämlich alle so wie sie sind: Neutral. Erst unsere Bewertung macht sie zu einer „falschen“ oder „richtigen“ Entscheidung. Diese Bewertung können wir allerdings erst im Nachhinein vornehmen, wenn wir uns bereits für einen der Wege entschieden haben. Moritz Bauer schreibt in seinem Buch „Selbstbewusstsein stärken“:

„Du entscheidest dich in jedem Augenblick, deinem Wissensstand entsprechend, immer für die deiner Meinung nach beste Lösung. Führt die Entscheidung dann nicht zum gewünschten Ergebnis, hast du auf dem Weg wertvolle Dinge gelernt und kannst dich nun neu entscheiden.“

Habe also bei deiner nächsten Entscheidungsschwierigkeit stets im Kopf, dass du dich gar nicht falsch entscheiden kannst. Wenn du merkst, dass es nicht der „richtige Weg“ ist, dann kannst du dich immer wieder neu ausrichten.

 

Wieso du kleine Entscheidungen möglichst schnell treffen solltest

Jede Entscheidung die wir nicht fällen, kostet uns Energie, Nerven, Zeit und vor allem Willenskraft. Sie sind wie mentale Energiefresser in unserem Unterbewusstsein, die uns meist von dem Erreichen unserer Ziele abhalten. Du kennst das sicherlich, wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst und du einfach nicht aufhören kannst darüber nachzudenken. Im schlimmsten Fall bekommst du dadurch sogar Kopfweh und kannst dich auf nichts anderes mehr konzentrieren.
Um einen klaren Kopf zu bewahren ist es wichtig, Entscheidungen so schnell wie möglich zu treffen und damit absolut zufrieden zu sein. Gerade bei so kleinen Sachen wie das Auswählen des „richtigen Outfits“ oder die „beste Mahlzeit“ sollten wir unsere Willenskraft nicht verschwenden und sie uns lieber für wichtigeres aufbewahren. Was dir enorm dabei helfen kann Entscheidungen so schnell wir möglich zu treffen, ist die 3-Sekunden-Regel. Zähle vor jeder Entscheidung laut von 3 runter und treffe dann deine Wahl. Mache dir dies zur Gewohnheit und du wirst dich mental viel freier fühlen.

Große Entscheidungen

Bei großen Entscheidungen, wie zum Beispiel die Wahl des Studiengangs, des Wohnortes oder des nächsten Urlaubs sieht die Sache etwas anders aus.
Bei ihnen rate ich dir, nicht zu voreilig zu sein und dir für die Betrachtung sowie Bewertung der einzelnen Optionen genug Zeit zu nehmen. Wenn eine Entscheidung noch nicht sofort zwingend nötig ist, fühlst du dich um einiges freier wenn du dir deine Wahl noch offen hälst. Oftmals stößt du mit der Zeit auf Sichtweisen und Kriterien, die du nicht sofort im Kopf hattest. Wenn du dir dann schließlich bewusst genug Zeit gelassen hast und alle möglichen Konsequenzen durchdacht hast, kannst du dich mit gutem Gewissen für die nach deinem Gefühl beste Option entscheiden.

Entscheidungen automatisieren

Um möglichst wenige „unwichtige“ Entscheidungen treffen zu müssen, die alle mentale Energie von dir abverlangen, kannst du diese bereits im Vorhinein treffen. Eigen implementierte Routinen eignen sich dazu hervorragend.
Kreiere dir am besten eine Morgen-, Tages- und Abendroutine um nicht jeden Tag aufs Neue entscheiden zu müssen, was du alles tun möchtest.
Entscheide dich bereits am Vorabend, wie dein nächster Tag aussehen soll: Was du anziehst, was du zum Mittagessen isst und wann du dir Zeit für Sport nimmst. Du kannst eigentlich so gut wie jede Entscheidung automatisieren und sie von deinen Gewohnheiten übernehmen lassen. Somit sparst du dir eine Menge an Zeit, Energie, Konzentration und Willenskraft, die dir dann für das Erreichen deiner wirklichen großen Ziele zur Verfügung stehen. Auch ist somit die Gefahr geringer, dass du wichtige Entscheidungen von deinen Emotionen beeinflussen lässt, die oftmals gerne versuchen die Kontrolle zu übernehmen.

Fazit

Es ist enorm faszinierend wie viele Entscheidungen wir ständig treffen, über die wir uns gar nicht richtig bewusst sind. Allein beim Schreiben dieses Artikels treffe ich für jedes einzelne Wort, das ich in meine Tastatur eingebe, eine Entscheidung.

Ich denke der beste Weg um Entscheidungen zu treffen, ist immer tief in sich hinein zu spüren und auf seine Intuitionen zu hören, anstatt mit dem Kopf zu denken. Denn unser Herz weiß in den meisten Fällen schon, welcher Weg der richtige für uns ist. Wir müssen einfach nur loslassen und vertrauen.

Wie sieht es in deinem Leben aus? Stehst du oft vor Situationen, bei denen du dich einfach nicht entscheiden kannst? Wie triffst du die für dich beste Wahl?

Lass es mich unbedingt in den Kommentaren wissen!

Ich freu von dir zu hören!

Mit ganz viel Liebe

Dein Simon

 

Literatur:
Handbuch Kognitionswissenschaft – Achim Stephan und Sven Walter
Selbstbewusstsein Stärken Handbuch – Moritz Bauer
https://www.professionelles-kanzleimanagement.de/einfachheit/entscheidungen/

By |2018-02-15T07:56:51+01:00Januar 16th, 2018|Kognitive Fähigkeiten (Blog)|0 Comments

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